Am Pfaffenteich . Blick zum Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Pfaffenteich . Blick zum Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Pfaffenteich . Blick zum Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Pfaffenteich . Blick zum Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Pfaffenteich . Blick zum Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Pfaffenteich . Blick zum Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Dom . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Gertrudenfriedhof . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Gertrudenfriedhof . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Gertrudenfriedhof . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Gertrudenkapelle . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Gertrudenkapelle . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Gertrudenkapelle . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Hageböcker Straße . Blick zur Pfarrkirche . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Hageböcker Straße . Blick zur Pfarrkirche . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Hageböcker Straße . Blick zur Pfarrkirche . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Schlossberg . Blick zur Pfarrkirche . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Schlossberg . Blick zur Pfarrkirche . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Schlossberg . Blick zur Pfarrkirche . Güstrow . 2002 (Foto: Andreas Kuhrt)
Felder am Inselsee . bei Güstrow . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Felder am Inselsee . bei Güstrow . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Felder am Inselsee . bei Güstrow . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Kopfweiden am Sumpfsee . bei Güstrow . 1998 (Foto: Andreas Kuhrt)
Kopfweiden am Sumpfsee . bei Güstrow . 1998 (Foto: Andreas Kuhrt)
Kopfweiden am Sumpfsee . bei Güstrow . 1998 (Foto: Andreas Kuhrt)
www.guestrow.de

Güstrow

Akut Güstrow Studium Suhl

*1958 in Güstrow/Mecklenburg

Güstrow

ist eine kleine Landstadt etwa 50 km südlich von Rostock in der Mecklenburger Seenplatte. Insel- und Sumpfsee, die bewaldeten Heidberge, Felder und Wiesen prägen die hügelige Landschaft. Sehenswert sind die Giebelhäuser der Innenstadt, das Renaissance-Schloss aus dem 16. Jh., die Kirche St. Marien und besonders der backsteingotische Dom. Die Figuren des bekannten Bildhauers Ernst Barlach (Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg | Ernst Barlach Stiftung Güstrow | Ernst Barlach @ Wikipedia) sind im Dom, im Atelierhaus am Heidberg und in der Gertrudenkapelle zu sehn.

Die Kuhrts

Meine Eltern Käthe Kuhrt (geb. Horn, 1916 in Meineweh, gest. 2010 Lohmen) und Friedrich Kuhrt (geb. 1912 Neustrelitz, gest. 1960 Güstrow) haben sich in Templin (wo die Kuhrts und Horns damals wohnten) kennengelernt und geheiratet. Danach sind sie 1937 nach Güstrow in eine erste eigene Wohnung am Dachssteig (in Dettmannsdorf) gezogen. Mein Vater war Polsterer & Dekorateur, meine Mutter Sekretärin (vielleicht damals noch nicht). Ruckzuck kamen die ersten Güstrower Kuhrt-Kinder Ralf (1938) und Bärbel (1939) zur Welt. Dann war plötzlich Krieg und mein Vater musste im besten Kriegsalter mit 27 an die Front, meine Mutter ging wieder nach Templin zurück. Bilder vom Vater aus dieser Zeit gibt es nur auf Heimaturlaub (meist zu Ostern, da schien der Krieg mal kurz Pause zu machen). Mindestens Anfang 1948 muss mein Vater (äußerlich) unversehrt nach dem Krieg zurückgekommen sein, denn Ende 1948 wurde mein Bruder Bernd geboren. Die Familie wohnte dann am Pferdemarkt und in der Rostocker Straße in Güstrow. Umziehen und Umtapezieren war immer Mode bei Kuhrts. Der Wille zur Wanddekorveränderung muss in den Genen liegen. Inzwischen hatte mein Vater als Tapeziermeister eine eigene Polster- und Tapezierwerkstatt (aus der wir später immer noch einige Möbel hatten). Meine Schwester Angela und mein Bruder Uwe wurden 1951 und 1953 geboren. 1958 kam ich als „Nachzügler“ der Kuhrt-Kinder zur Welt. Meinen Vater kannte ich nicht wirklich, weil er schon 1960 am Tag vor seinem 47. Geburtstag gestorben ist. Also musste meine Mutter die 5 Kinder allein durchbringen. Erst mal sind wir natürlich umgezogen: in die Werderstraße am anderen Ende der Stadt. Ich glaub, eine meiner frühesten Erinnerungen ist, wie wir mit dem Handwagen ein paar kleine Haushaltsstücke entlang der Bleichwiesen umgezogen haben. Die Werderstraße ist der Ort meiner Kindheit. Dort hab ich am Mühlbach gespielt oder mit meinen Freunden Verstecken oder Fangen, haben Kastanien vom Rondellbaum geworfen, sind am Weinberghang (der war mindestens 3 m hoch) Schlitten und Ski gefahren und haben in der Gartenanlage Höhlen gebaut. Wir sind zum Inselsee zum Baden gegangen oder Fahrrad gefahren und in den Heidbergen spazieren gewesen. Ich hab unserer Vermieterin Frau Krahn die Miete nach oben gebracht und manchmal einen Bonbon dafür bekommen. Wir hatten einen Hof (mit Garten und Hühnern der Krahns) zum Sonnen und Buddeln. Es war eigentlich ziemlich schön dort…

Schule und so…

Die Kindergartenzeit mit Essen-, Mittagsschlafen- und Sandkastenspielen-Müssen fand ich schrecklich. 1955 bin ich endlich in die moderne Südstadt-Oberschule gekommen (im Neubaugebiet Südstadt, jetzt Freie Schule Güstrow). Mein Bruder Uwe war schon dort und ein großer Bruder in der Schule ist immer gut. Schule gefiel mir ganz gut, selbst Nadelarbeit und Schulgarten, meine Klassenlehrerin Frau Kriedemann fand ich toll (sonst hätte ich mir den Namen nicht gemerkt). Nach der 4. Klasse musste ich wegen der Neugliederung der Schulbereiche in die Thomas-Müntzer-Schule wechseln. Das war ganz schön schlimm, die vertraute Umgebung und Klassenkameraden verlassen zu müssen. Die Thomas-Müntzer-Schule in der Güstrower Altstadt (Lange Straße, heute Seniorenheim) war in meinen Augen oll und häßlich, die Schüler und Lehrer fremd. Dank guter Noten, Abschreiben lassen, Mathe-, Schach-, Sportclub und der Eisbude auf dem Nachhauseweg wurde es aber gar nicht so furchtbar wie gedacht. Mathe und Physik wurden meine Lieblingsfächer (Deutsch und Zeichnen mochte ich auch) und Sylvia Mann meine Freundin (mit der ich jeden Tag zur Schule gegangen bin). Weil ich auf die EOS (Erweiterte Oberschule) wollte, hab ich es in meiner Pionier/FDJ-Karriere zum Gruppenratsvorsitzenden, Wandzeitungsredakteur und schließlich Kulturbeauftragten des FDJ-Schulrates gebracht. Dummerweise war meine Mutter (inzwischen Chefsekretärin im Reichsbahnamt Güstrow) „Angehörige der Intelligenz“ (Arbeiter wär für die Delegierung zur EOS besser gewesen) und ich wollte partout nicht 3 Jahre zur Armee (das war für ein späteres Studium auch gar nicht gut, eigentlich damals ein Ausschlusskriterium). Mit Beschwerden (meiner beschwerdeerfahrenen und -gefürchteten Mutter) und Staatsratseingabe gings dann irgendwie doch und ich kam nach der 8. Klasse an die EOS John Brinckman (jetzt John-Brinckmann-Gymnasium, latein­griechisch Gymnasium: „Ort der körperlichen und geistigen Ertüchtigung für die männliche Jugend, wobei aber das Körperliche im Vordergrund stand“ Gymnasium @ Wikipedia). Na ja, so was gabs früher nicht, dass das Körperliche der männlichen Jugend im Vordergrund stand, oder? Da gab’s Ormig-Abzüge zur Hist.Miss.d.Akl. (wenn jemand weiß, was das bedeutet)! Nach 4 Kuhrts in den letzten 20 Jahren (Uwi hatte den Abzweig zur Schweriner Volleyball-Sportschule genommen) war die Freude des EOS-Direktors wohl eher verhalten, aber es sollte ja der Letzte sein. Aber an sich war die Schule am Domplatz gut (bis auf den etwas muffigen Schulgeruch), Mathe, Physik, Astronomie und Kunst am Besten, Geografie, Geschichte und Stabü wie überall hardcore-ideologisch (von denen unser Stabü- und leider Klassenlehrer Halbekath der härteste war, den fand ich gar nicht toll, trotzdem hab ich mir den Namen gemerkt). Mein bester Freund war damals Frank Zabel, der Physik und Klavier spielen konnte und natürlich Schlag bei den Mädchen hatte. 1977 hab ich das Abitur an der EOS John-Brinckmann mit Auszeichnung gemacht.

Im letzten Schuljahr musst man sich irgendwie entscheiden, was man später machen will. Fast alle meine Geschwister waren Lehrer geworden: Mathe/Physik für die Jungen, Deutsch/Russisch für die Mädchen: schön ordentlich eingeteilt. Das wollte ich auf keinen Fall. Irgendwas mit Mathe + Physik + Zeichnen – nervende Schüler? Vielleicht Architektur oder Formgestaltung? Also hab ich mich im Sommer 1977 an der HiF (Hochschule für industrielle Formgestaltung) Burg Giebichenstein in Halle (jetzt Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein) beworben und auch eine zweitägige Aufnahmeprüfung absolviert (so mit Kunstmappe, Begründung, Zeichnung zum Thema Wald, Möbelgriffmodellierung, Kritik an einer Gerätegestaltung und so was). Das war eigentlich ganz interessant, aber ich dachte nicht, dass ich dort jemals angenommen werden würde. Während meiner Armeezeit bekam ich aber wunderbarerweise meine Zusage zum Studium Industrielle Formgestaltung ab 1979.

Danach war erst mal Schluß mit lustig: es ging 18 Monate zur Armee als Kraftfahrer (das war das einzig Sinnvolle, was wir bei der GST gelernt hatten) und Stabsschreiber (Schreibmaschinetippen hab ich ein bisschen im Büro meiner Mutter gelernt) nach Neubrandenburg-Fünfeichen. Vieles war voll blöd da, aber manche Kumpel waren auch richtig gut und außerdem kamen wir mit der Volleyballmannschaft auch immer mal raus. Was ich von der Armee mitgenommen hab, waren der Hass auf Uniformen und Befehle, das Buch „Das Geheimnis der Toda“ (ein Geburtstagsgeschenk von wildfremden Reservisten zu meinem Geburtstag eine Woche nach dem Einzug) und die grauen Unterhemden, die meine T-Shirts beim Studium wurden (ich glaub, ich hab immer noch eins).